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Presse
 
   
Vorarlberger Nachrichten, 28. Juli 2009

  Ein Tango mit Polka-Garnitur

Ein Duo aus Trommel und Klavier beim „Blumenegger Sommer" in Thüringen.

Thüringen (amp) Jacques Loussiers „Playing Bach" dürfte Christof Moser offensichtlich inspiriert haben, sich der Musik alter Meister unter heutigem Blickwinkel zu nähern.

Der aus Nenzing stammende Musiker studierte Klavier und Schlagzeug am Landeskonservatorium, ehe er in Wien seine Zelte aufschlug und an den Tasten hängen blieb. Derzeit unterrichtet Moser neben seiner Konzert- und Studiotätigkeit als Klavierpädagoge an der Musikhochschule in Wien. Mit dem Oberösterreicher Mario Lackner verbindet Moser eine langjährige Freundschaft. Mosers ehemaliger Klavierschüler, der sich fürs Schlagzeug entschied und überwiegend in Los Angeles arbeitet, fühlt denselben Pulsschlag und atmet im selben Genre.

Gewitzter Arrangeur
Die musikalische Zeitreise mit „Piano-Drum" in der Thüringer Villa Falkenhorst erstreckt sich über drei Jahrhunderte, von Vivaldi und Bach bis Christof Moser. Moser stellt sich an diesem Abend nicht nur als raffinierter Arrangeur (alle gespielten Stücke sind von ihm eigens bearbeitet), sondern auch als romantisch-verträumter Komponist mit „Stille Wasser", „Hommage pianodrum an Farrokh Bulsara" und „Stück in B" vor.

Mosers Arrangements nehmen den Zuhörer gefangen, sie grooven bis in die Zehenspitzen. Mit einem „Bach-Remixed" - einem Revival aus verschiedenen Bach-Inventionen - holt das Duo die Zuhörer in eine ungewohnte Klangwelt ab. So „ausgespielt" wird der Bösendorfer im Villa-Saal sonst nur selten.

Die beiden Musiker erweisen durch ihren individuellen und mutigen Zugang dem barocken Tastenmeister ihre persönliche Referenz in einem völlig neuen Klanggewand. Dahinter steckt Liebe zum Detail. Bei Steve Reichs „Clapping Music" zeigen Moser und Lackner, wie impulsiv selbst einfachste Rhythmus-Sequenzen wirken können. Völlig neue Klangstrukturen in Vivaldis Themenzyklus zu den „Jahreszeiten" schaffen als vielfarbener Bilderbogen Assoziationen zu „Donnergrollen" oder zum „Fußstapfen durch Eiseskälte".

Eine besondere Humoreske ist die mit Tango-Rhythmen, Walzer und Marsch durchsetzte „Tritsch Tratsch Polka" als Draufgabe. Ein Abend voller musikalischer Gags.
 

     
VN Bludenz Heimat, 24.01.2008   Ein Mix aus Klassik und Pop

Begeisterten als brillante Techniker: Christof Moser und Mario Lackner. Christof Moser und Mario Lackner spielten auf Falkenhorst moderne Klassik.

Thüringen (amp) "Eigentlich wollte ich Pianist und Schlagzeuger werden", schmunzelt Christof Moser. schlussendlich blieb der gebürtige Nenzinger nach Studien am Landeskonservatorium und in Wien dann doch an den Tasten hängen und unterrichtet derzeit neben Konzerttätigkeit und eigenem Tonstudio als Klavierpädagoge an der Musikhochschule Wien.

Eigenständigkeit
Mosers ehemaligen Klavierschüler an der Hochschule, den Oberösterreicher Mario Lackner, faszinierte das Schlagzeug weit mehr und so kam es nach Jahren der Eigenständigkeit zufällig zur Lehrer-Schüler-Paarung im "Pianodrum-Duo".

Zufällig, weil Mosers Partner Clemens Adlassnigg wegen Terminkollisionen absagen musste und Mario Lackner, der normalerweise in Los Angeles lebt, derzeit einen Heimaturlaub in Österreich verbringt. Mosers Faible für Klavier und Schlagzeug lässt er in seinen eigenwilligen Klassikbearbeitungen und seinen Eigenkompositionen gleichermaßen erkennen. Improvisationen mit Themen aus Mozarts "Entführung aus dem Serail", ein Mix mit bekannten Themen aus Bach-Präludien oder Belá Bartoks "Allegro barbero" fangen beim Spiel der beiden exzellenten Musiker plötzlich an zu grooven.

Frühlingsgewitter
Bei Vivaldis Themen zu den "Jahreszeiten2 gibt es assoziationen zum "Schlafenden Ziegenhirten", dem "Gesang der Vögel", zum "Zähneklappern im Winter" oder zum "Donnergrollen" des aufziehenden Frühlingsgewitters.

Tastenakrobat
Moser zeigt sich beim Konzert in der Villa Falkenhorst auf dem Bösendorfer als brillanter Tastenakrobat und Lackner entfacht mit seinem Instrumentarium ein Feuerwerk an Rhythmusvarianten mit facettenreichen Überlagerungen. Das Publikum lässt sich mitreißen und goutiert die "Unterhaltungsklassik" mit Standing Ovations. | Hier klicken |
 

     
Harald HronekThüringen (VN) Vorarlberger Nachrichten online, 22.01.2008   Witziges Korsett für die Klassik

Mario Lackner und Christoph Moser begeisterten als "Piano-Drum"-Duo. Das Ensemble "Piano-Drum" garniert Bach, Mozart und Bartok mit Percussion.

Christoph Moser studierte Klavier und Schlagzeug. Schließlich blieb er an den Tasten hängen. Derzeit unterrichtet der gebürtige Nenzinger neben seiner Konzerttätigkeit als Klavierpädagoge an der Musikhochschule in Wien. Dort lernte er auch seinen Partner im "Piano-Drum"-Duo, den Oberösterreicher Mario Lackner, kennen. Lackner war Mosers Klavierschüler, entschied sich aber schlussendlich fürs Schlagzeug.

Zeitreise
Die Wege der beiden Künstler trennten sich. Nach einer Begegnung der beiden in Los Angeles kam es in diesem Jahr zufällig zur Paarung, nachdem Mosers ständiger Partner, Clemens Adlassnigg, wegen Terminkollisionen das Thüringer Konzert absagen musste und Lackner gerade auf Heimaturlaub im Lande weilt. Die musikalische Zeitreise mit "Piano-Drum" erstreckt sich über drei Jahrhunderte, von Vivaldi bis Bartok. Mit einer Improvisation zu verschiedenen Themen aus Mozarts "Entführung" holt das Duo die Besucher in eine völlig ungewohnte Klangwelt ab.

Brillante Techniker
Themen aus der Oper werden durch sich stets überlagernde Rhythmen verdichtet und bekommen so ein pulsierendes Gesamtgefüge. Bei einem Querschnitt durch Johann Sebastian Bachs Präludien fühlt man sich gänzlich ins U-Musik-Genre versetzt. Es groovt poppig und rockig. Und bei Bela Bartoks "Allegro barbaro" blitzt vermeintlich dramatische Filmmusik auf. Eine Humoreske besonderer Art ist die mit Tangorhythmen, Walzer und Marsch durchsetzte "Tritsch Tratsch Polka". Bei Steve Reichs "Clapping Music" zeigen beide Musiker, wie impulsiv und komplex selbst einfachste Rhythmussequenzen auf den Zuhörer wirken können. Völlig neue Klangstrukturen in Vivaldis Themenzyklus zu den "Jahreszeiten" schaffen als vielfarbener Bilderbogen Assoziationen zu "Donnergrollen", "Spätsommerträumen", "Frühlingsgewitter" oder zum "Fußstapfen durch Eiseskälte".

Begeisterung für zwei brillante Techniker an Klavier und Drumset und ihre eigenwillige "Klassikrenaissance im Rhythmuskorsett".

Aus: Vorarlberger Nachrichten online, 22.01.2008, Kultur
 

     
Bericht von Daniela Maier, 2007   pianodrum – musikalisches Fusioncooking

Vorarlberger Käsknöpfle mit Apfelmus – eine Kombination, die auf den ersten Blick seltsam anmutet, und doch war es das Menü, mit dem das erste Konzert von pianodrum gefeiert wurde. Ein kulinarisches Experiment? Wohl auch ein musikalisches, doch man sollte weder seinem Gaumen noch seinem Gehör Experimente vorenthalten – vor allem nicht, wenn sie im Endeffekt so wunderbar harmonieren.

Es begann mit einer Studiosession, bei der man einander musikalisch auf Anhieb sympathisch fand. Es setzte sich fort, als man per Zufall in Santorin aus dem selben Flugzeug stieg und einander bei einem Menü, bestehend aus Lammsouvlaki, Melanzanisalat, Mythos-Bier und Retsina auch persönlich sympathisch fand.

Und seitdem arbeiten Christof Moser, bekannt durch seine Lehrtätigkeit an unserer Universität und Clemens Adlassnig gemeinsam an ihrem Projekt „pianodrum“, der kleinsten kammermusikalischen Einheit – einem Klavier und einem Drumset – und wohl auch einer der derzeit innovativsten.

Das Vorhaben, Musik alter Meister unter dem Blickwinkel von heute zu interpretieren, hatte Christof Moser schon lange im Sinn, nicht nur angeregt durch sein eigenes Klavier- und Schlagzeugstudium, sondern auch durch seinen langjährigen musikalischen Partner Lukas Schiske, der nach seinem Studium auf der mdw derzeit im Klangforum Wien seine musikalischen Wege geht.

Als nun Ende 2005 die Klaviermarke Steinway an Christof Moser mit dem Wunsch herantrat, er möge doch zum 125. Geburtstag der rennomierten Produktionsstätte in der Langen Nacht der Musik die Räume des Wiener Konzerthauses mit rockigen Klängen aus dem Klavier füllen, packte er seinen Partner Clemens Adlassnig ein und spielte eigene Arrangements von Bartok, Gershwin und Joel.

Das Publikum reagierte – mit einem tollen Feedback. Das Konzept Pianodrum hatte seine erste Bestätigung gefunden.

Was ist es aber nun, das pianodrum so hörenswert macht?

Es ist wohl die Art von Mastermind Moser, an klassische Musik respektvoll und doch innovativ heranzugehen. Ohne den Grundgedanken zu verlieren werden Rhythmus, Aufbau und auch Harmonie und Melodik neu interpretiert, die für unsere Ohren noch ungewöhnliche Instrumentenkombination fordert einen auf, die Ohren noch weiter zu spitzen.

Der Arrangeur Christof Moser meint: „Für den, der weiß wie es klingen soll, gibt es 1000 andere Aufnahmen“, und erweist gerade durch diesen individuellen und mutigen Zugang den alten Meistern oft mehr Referenz als so mancher klassischer Musiker, der es gewohnt ist in vorgezeichneten und ausgetretenen Pfaden zu wandeln.

So erklingen Mozarts Ouvertüre oder Vivaldis Jahreszeiten, bis hin zu Gulda und Strauß in neuem Klanggewand. Dahinter steckt eine ungemeine Liebe zum Detail und zum musikalischen Sinn, der auch vom Zuhörer immer wieder neu entdeckt werden kann.
Beeindruckend ist auch die Virtuosität der beiden Musiker, sei es die Mosers am Klavier, der es schafft ein ganzes Orchester auf einem Klavier zu spielen, ohne dass einem etwas fehlt, oder bei Adlassnig, der mit einer Präzision, die an Wunder grenzt und einem sensiblen Gespür für Lautstärke in einen Dialog mit seinem Partner tritt.

Mosers Arrangements sind oft vollständig ausnotiert, und Adlassnig spielt sie – oder auch nicht. Doch gerade dadurch und auch durch die nicht genau festgelegten Teile der Bearbeitungen lassen spannenden Platz für spontane Improvisationen. Dies begünstigt die Lebendigkeit und direkte Augenblicklichkeit dieser Musik nur um so mehr.

Die Bearbeitungen, die von einem unbändigen, selbstbewussten Gestaltungs- und
Interpretationswillen geprägt sind, bieten musikalischen Laien durch eine fast vertraute Schallkulisse einen einfachen Einstieg in anspruchsvolle klassische Musik, langjährigen Musikerinnen und Musikern kann das Hören von beinahe schon ausgelutschten Werken wieder zum Genuss werden – es gibt immer wieder Neues zu entdecken und zu interpretieren.

Doch auch Eigenkompositionen, die durch jüngere Stilrichtungen führen und die unverkennbare Handschrift Christof Mosers aufweisen, sind Teil des breit gefächerten Repertoires.

Inzwischen hat das Duo an die 10 Konzerte in Wien und Vorarlberg hinter sich, an die 100 Probenstunden und nach Mosers vorsichtiger Schätzung auch etwa 1000 Stunden, die das Arrangieren in Anspruch nahm.

Als Zukunftsprojekte stehen weitere Konzerte an, sowie eine eventuelle Erweiterung des Konzepts durch Einbindung von Visuals und Projektionen. Eine Aufnahme und CD-Produktion, deren Anfänge allerdings noch in den Kinderschuhen stecken, ist ebenfalls geplant.

Das Rezept für die Vorarlberger Käsknöpfle mit Apfelmus ist übrigens bei Christof Moser auf Anfrage jederzeit erhältlich.
 

 

   

Neue Vorarlberger Tageszeitung,
1. Dezember 2006, von Andreas Feuerstein.

  Pianoschlag und Fortezeug

Christof Moser und Clemens Adlassnigg luden am Donnerstag zur piano-drum-experience in den Ramschwagsaal Nenzing.

Es kommt äußerst selten vor, dass ausschließlich ein Konzertflügel und ein Schlagzeug nebeneinander auf einer Bühne stehen. Zwar kommen die beiden von Rock über Pop bis Jazz in allerlei Formationen vor. Als sich gegenüberstehende Soloinstrumente aber hat man die beiden bisher wahrscheinlich noch nie gesehen. Zumindest nicht in Vorarlberg.
Umso gespannter durfte man sein auf Christof Moser (Klavier) und Clemens Adlassnigg (Schlagzeug), die mit ihrer piano-drum-experience Musik aus drei Jahrhunderten nicht einfach nur wieder- und zum Besten gaben, sondern in neue Zusammenhänge stellten. Alle Stücke, von Mozarts Entführung aus dem Serail bis Rimskij-Korsakows Hummelflug wurden von Moser für Klavier und Schlagzeug bearbeitet. Der in Wien lebende Vorarlberger Adlassnigg, der schon während seiner Schulzeit als Schlagzeuger einer Rockband mit technischer Versiertheit zu glänzen wusste, spielte präzise und hatte sichtlich Gefallen an der komplexen Rhythmik Mosers.

Stellenweise bewegte die Klavierstimme sich sehr nahe an der ursprünglichen Komposition. Gerne hätte man einen noch freizügigeren Umgang gehört, wie etwa in den besonders interessanten, weil eben von freiem und spielerischem Umgang mit der Partitur geprägten Passagen des Bach Remix. Mit „4 Jahreszeiten (2006)“ gab es nach der Pause sogar eine Uraufführung. So hat man Vivaldis Jahrhundertwerk wohl noch nie gehört. Die Stimmung, sowohl der Musiker, als auch des Publikums lockerte sich im Laufe des Abends merklich und mündete in begeistertem Applaus, Standing Ovations und zwei Zugaben.

www.hungeraufkunstundkultur.at/jart/prj3/hakuk/main.jart