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pianodrum –
musikalisches Fusioncooking
Vorarlberger
Käsknöpfle mit Apfelmus – eine Kombination, die auf den
ersten Blick seltsam anmutet, und doch war es das Menü, mit
dem das erste Konzert von pianodrum gefeiert wurde. Ein
kulinarisches Experiment? Wohl auch ein musikalisches, doch
man sollte weder seinem Gaumen noch seinem Gehör Experimente
vorenthalten – vor allem nicht, wenn sie im Endeffekt so
wunderbar harmonieren.
Es begann mit
einer Studiosession, bei der man einander musikalisch auf
Anhieb sympathisch fand. Es setzte sich fort, als man per
Zufall in Santorin aus dem selben Flugzeug stieg und
einander bei einem Menü, bestehend aus Lammsouvlaki,
Melanzanisalat, Mythos-Bier und Retsina auch persönlich
sympathisch fand.
Und seitdem
arbeiten Christof Moser, bekannt durch seine Lehrtätigkeit
an unserer Universität und Clemens Adlassnig gemeinsam an
ihrem Projekt „pianodrum“, der kleinsten kammermusikalischen
Einheit – einem Klavier und einem Drumset – und wohl auch
einer der derzeit innovativsten.
Das
Vorhaben, Musik alter Meister unter dem Blickwinkel von
heute zu interpretieren, hatte Christof Moser schon lange im
Sinn, nicht nur angeregt durch sein eigenes Klavier- und
Schlagzeugstudium, sondern auch durch seinen langjährigen
musikalischen Partner Lukas Schiske, der nach seinem Studium
auf der mdw derzeit im Klangforum Wien seine musikalischen
Wege geht.
Als nun
Ende 2005 die Klaviermarke Steinway an Christof Moser mit
dem Wunsch herantrat, er möge doch zum 125. Geburtstag der
rennomierten Produktionsstätte in der Langen Nacht der Musik
die Räume des Wiener Konzerthauses mit rockigen Klängen aus
dem Klavier füllen, packte er seinen Partner Clemens
Adlassnig ein und spielte eigene Arrangements von Bartok,
Gershwin und Joel.
Das
Publikum reagierte – mit einem tollen Feedback. Das Konzept
Pianodrum hatte seine erste Bestätigung gefunden.
Was ist es
aber nun, das pianodrum so hörenswert macht?
Es ist wohl
die Art von Mastermind Moser, an klassische Musik
respektvoll und doch innovativ heranzugehen. Ohne den
Grundgedanken zu verlieren werden Rhythmus, Aufbau und auch
Harmonie und Melodik neu interpretiert, die für unsere Ohren
noch ungewöhnliche Instrumentenkombination fordert einen
auf, die Ohren noch weiter zu spitzen.
Der
Arrangeur Christof Moser meint: „Für den, der weiß wie es
klingen soll, gibt es 1000 andere Aufnahmen“, und erweist
gerade durch diesen individuellen und mutigen Zugang den
alten Meistern oft mehr Referenz als so mancher klassischer
Musiker, der es gewohnt ist in vorgezeichneten und
ausgetretenen Pfaden zu wandeln.
So
erklingen Mozarts Ouvertüre oder Vivaldis Jahreszeiten, bis
hin zu Gulda und Strauß in neuem Klanggewand. Dahinter
steckt eine ungemeine Liebe zum Detail und zum musikalischen
Sinn, der auch vom Zuhörer immer wieder neu entdeckt werden
kann.
Beeindruckend ist auch die Virtuosität der beiden Musiker,
sei es die Mosers am Klavier, der es schafft ein ganzes
Orchester auf einem Klavier zu spielen, ohne dass einem
etwas fehlt, oder bei Adlassnig, der mit einer Präzision,
die an Wunder grenzt und einem sensiblen Gespür für
Lautstärke in einen Dialog mit seinem Partner tritt.
Mosers
Arrangements sind oft vollständig ausnotiert, und Adlassnig
spielt sie – oder auch nicht. Doch gerade dadurch und auch
durch die nicht genau festgelegten Teile der Bearbeitungen
lassen spannenden Platz für spontane Improvisationen. Dies
begünstigt die Lebendigkeit und direkte Augenblicklichkeit
dieser Musik nur um so mehr.
Die
Bearbeitungen, die von einem unbändigen, selbstbewussten
Gestaltungs- und
Interpretationswillen geprägt sind, bieten musikalischen
Laien durch eine fast vertraute Schallkulisse einen
einfachen Einstieg in anspruchsvolle klassische Musik,
langjährigen Musikerinnen und Musikern kann das Hören von
beinahe schon ausgelutschten Werken wieder zum Genuss werden
– es gibt immer wieder Neues zu entdecken und zu
interpretieren.
Doch auch
Eigenkompositionen, die durch jüngere Stilrichtungen führen
und die unverkennbare Handschrift Christof Mosers aufweisen,
sind Teil des breit gefächerten Repertoires.
Inzwischen
hat das Duo an die 10 Konzerte in Wien und Vorarlberg hinter
sich, an die 100 Probenstunden und nach Mosers vorsichtiger
Schätzung auch etwa 1000 Stunden, die das Arrangieren in
Anspruch nahm.
Als
Zukunftsprojekte stehen weitere Konzerte an, sowie eine
eventuelle Erweiterung des Konzepts durch Einbindung von
Visuals und Projektionen. Eine Aufnahme und CD-Produktion,
deren Anfänge allerdings noch in den Kinderschuhen stecken,
ist ebenfalls geplant.
Das Rezept
für die Vorarlberger Käsknöpfle mit Apfelmus ist übrigens
bei Christof Moser auf Anfrage jederzeit erhältlich.
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